Parodontose: Schicksal oder Bakterieninfekt?

Bisher hat die Wissenschaft acht so genannte Leitkeime der Parodontose entdeckt. Vor einer Infektion kann man sich jedoch kaum schützen. Die Krankheit bricht selten im Jugendlichen-, oft jedoch im Erwachsenenalter aus. Eine genetische Disposition scheint ebenso eine Rolle zu spielen. Es kommt zu Schwellungen, Rötungen und Zahnfleischbluten. Durch die Entzündung bilden sich so genannte Taschen zwischen Zahn und Zahnfleisch. Darin sammeln sich Beläge, in denen sich die Parodontitiskeime ungehindert vermehren. In der Folge zieht sich das Zahnfleisch zurück. Die Bakterien dringen immer tiefer ein und greifen sogar den Knochen an. Schließlich verlieren die Zähne den Halt und fallen aus. In Deutschland sind davon mehr als 30% aller Erwachsenen betroffen. Jeder siebte leidet unter einer schweren Form der Parodontose. So gehen durch Zahnfleischerkrankungen inzwischen mehr Zähne verloren, als durch Karieserkrankungen. Unnötig, wie Experten heute meinen, denn durch rechtzeitiges und professionelles Eingreifen könnten viele Zähne gerettet werden. Der Zahnarzt muss mit tiefer gehenden Methoden die Zahnhälse säubern und möglicherweise Knochenschäden behandeln, um Zahnverlust zu verhindern. Ggf. müssen die pathogenen Keime gezielt mit speziellen Antibiotika bekämpft werden. Voraussetzung für den Erfolg ist in jedem Fall die "Mitarbeit" der Patienten - gründliche Mundhygiene jeden Tag. Risikofaktoren minimieren Treffen kann die Parodontose grundsätzlich jeden. Es gibt Risikofaktoren, auf die man nur wenig Einfluss hat. So können zum Beispiel Erkrankungen wie Diabetes die Neigung zu Zahnfleischerkrankungen verstärken. Aber auch Vitamin-C-Mangel, Schwangerschaften, Ernährung und insbesondere das Rauchen können viele Zähne kosten. Natürlich entscheidet in erster Linie die Mundhygiene über das Schicksal der Zähne. Denn die Keime vermehren sich in der warmen, feuchten Mundhöhle rasant. Wichtigste Vorbeugemaßnahme: Beim kleinsten Verdacht zum Zahnarzt gehen. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser ist sie zu therapieren. Professionelle Zahnhygiene - Für schöne und gesunde Zähne Die Zahnpflege trägt entscheidend zum Erhalt der Zahngesundheit bei. Die Bundeszahnärztekammer unterstreicht dies mit dem Motto: „Besser vorbeugen als reparieren“. Denn gerade in der Zahnmedizin können viele Erkrankungen durch die richtige Prophylaxe vermieden werden. Regelmäßiges „Zähneputzen“ allein reicht jedoch in vielen Fällen nicht aus, um Karies und Parodontitis vorzubeugen. Die professionelle Zahnreinigung ist eine sinnvolle Ergänzung zur häuslichen Zahnpflege. Immer mehr Menschen erkennen, was eine vom Profi durchgeführte Prophylaxemaßnahme für sie und die Gesundheit ihrer Zähne leisten kann. Neben der regelmäßigen Zahnhygiene zu Hause spielen Prophylaxeuntersuchungen beim Zahnarzt und die PZR eine entscheidende Rolle bei der Vorbeugung von Erkrankungen der Mundhöhle. Die professionelle Zahnreinigung kann deutlich mehr leisten als die häusliche Zahnpflege. Mit der Zahnbürste können maximal 70 Prozent der zu reinigenden Flächen gesäubert werden. Eine Behandlung durch Ihren Zahnarzt oder seiner Prophylaxeassistentin kann hier zu deutlichen Verbesserungen führen: Denn es werden nicht nur Zahnstein, Verfärbungen und Plaque vollständig entfernt, sondern auch alle erreichbaren Zahnwurzeln und Zahnzwischenräume gründlich gereinigt. Mit Spezialinstrumenten werden anschließend die Zähne poliert. Die Härtung des Zahnschmelzes mittels einer Fluoridbehandlung sowie die Konditionierung mit einem antibakteriellem Lack können ebenso zur Behandlung gehören. Professionelle Zahnhygiene ist mehr als nur eine kosmetische Behandlung, bei der die Optik im Vordergrund steht. Durch die Reinigung werden die Zahnoberflächen geglättet und bieten somit Bakterien weniger Möglichkeiten, sich am Zahn festzusetzen und diesen zu schädigen. Teil einer professionellen Zahnpflege ist immer auch die Anleitung zur richtigen Zahnpflege daheim, wie die korrekte Pflegetechnik. Zahnseide und auch entsprechende Spülungen leisten ebenfalls gute Dienste bei der Prophylaxe. Der Fachmann rät in der Regel zu einer PZR alle sechs Monate. In Einzelfällen können jedoch auch andere Intervalle sinnvoll sein.